normalerweise…beobachtungen im biebzra-nationalpark/polen

moin zusammen,

normalerweise… verdunkelt sich der himmel, wenn die massen an kampfläufer hier einfliegen… ist hier alles unter wasser… brüten hier die schwarzspechte und der wiedehopf… gibt es hier 800 elche… wölfe… ringelnattern etc.  normalerweise… 

irek, ein polnischer naturfilmer, der uns mit begleitete: „ich bin seit 30 jahren in diesem park, was ich heute hier erlebe, habe ich noch nie gesehen. ‚einä grossse kattaschtrofe’“. unser reiseleiter peter scherbuck: „wir haben in dieser woche ungefähr 20% von dem gesehen, was (und da haben wir es wieder) n o r m a l e r w e i s e möglich ist. der grund: das sumpfgebiet ist total trockengefallen. speziell die kampfläufer verteilen sich in der fläche. verantwortlich dafür scheint die grosse hitze des letzten jahres und die wenigen niederschläge im winter und frühjahr.

im september 2018 war ich in lettland, um den vogelzug zu fotografieren. n o r m a l e r w e i s e rasten hier tausende von vögeln. in unserer zeit: nischte!!! im februar bei den wölfen in den waldkarparten haben wir an sechs tagen jeweils 15 stunden angesessen. es ist klar, was jetzt kommt… n o r m a l e r w e i s e sind die immer da – gesehen haben wir nicht einen. gleiche beobachtungen höre ich von vielen naturfotografen aus ganz europa. einiges ist im wandel, aus dem tritt, in der veränderung. ist es nur „eine delle“, eine laune im zyklus der natur oder sind es hinweise auf den beginn nachhaltiger veränderungen? wer mag das schon mit gewissheit beantworten.

nun zu meinem kurzen reisebericht: ziel war der biebzra nationalpark; der größte polens. durch ihn mäandert einer der letzten frei fliessenden flüße europas: der „biebzra“-fluss (auch benannt als der „amazonas europas“). 164 kilometer lang überflutet er im frühjahr (normalerweise) die riesenflächen aus auen, sumpfwiesen, schilfgürteln und nassen erlenbruchwäldern und schafft damit eine einzigartige naturlandschaft. 60.000 hektar umfasst  der 1993 gegründete nationalpark. neben wölfen, elchen, hirschen, ottern und bibern wachsen 900 pflanzenarten in dem sumpfgebiet. am bekanntesten ist das biebzra-tal jedoch für seine 270 vogelarten, darunter viele, die andernorts längst ausgestorben sind.

trotz aller naturbedingter einschränkungen haben wir doch einige interessante situationen vor und unter der kamera erleben dürfen.

doch nun der reihe nach. angereist bin ich meinem fotofreund thomas über warschau mit der bahn.

 

einige kampfläufer und die uferschnepfe zeigen sich

   

auch vertreter der „haarigen abteilung“…

v. links: schilfrohrsänger, weißstorch, trauerseeschwalbe, bekassine

 

v. links: braunkehlcchen, blaukehlchen, ufo…(noch nicht identifiziert), seggenrohrsänger (für diesen kleinen piepmatz pilgert die halbe welt der ornithologen in den bierbzra park, weil es ihn wohl kaum noch gibt)

v. links: beutelmeise, gebirgsstelze

zum sonnenaufgang eine sehr eindrucksvolle ballonfahrt

  

besuch bei einem ehemaligen förster, der heute eine recht grosse herde tarpanpferde hält

und manchmal glaubt man, die zeit ist hier einfach stehen geblieben…

vielen dank an unseren leiter peter scherbuk https://www.naturblick-fotoreisen.de und an unseren begleiter irek. sie haben, wie immer, ihr bestes gegeben.