försters hütte…ein refugium

moin zusammen,

mit zunehmendem alter wird mir die qualität von stille und ruhe  immer mehr zum „höchsten gut“. lärm, geistige und körperliche aufgeregtheit und unruhe jeglicher art umgehe ich weiträumig; wo immer möglich. die bedingungen der ruhe finde ich häufig in der natur, anderen „orten der stille“, oder z. b. in meinen eigenen vier wänden. solche plätze bezeichnet man wohl als : „refugium…ein sicherer ort, an dem jemand seine zuflucht findet, an den er sich zurückziehen kann, um ungestört zu sein“. dieses ungestört sein heisst für mich nicht zwangsläufig alleine zu sein. ich kann dieses erleben gerne mit anderen teilen.

die suche nach diesen orten gestaltet sich aus meiner sicht als zunehmend schwieriger.

um so mehr freut es mich, das ich in und an der hütte eines befreundeten försters im oberharz einen solchen platz erleben durfte. abgelegen, tief im wald, findet man diesen besonderen ort. steht der wind „richtig“, hört man außer den naturgeräuschen gar nichts, ansonsten wenig. nachts bei windstille nullkommanull!!! wo findet man das noch.

…im holzstall, mit der kleinen axt das trockene fichtenholz spalten. das geräusch bewusst wahrnehmen, wenn die axt durch den scheit gleitet um dann im hackeklotz zur ruhe zu kommen…das „anrichten der feuerstelle“, mit dem feuerhaken die platten und ringe in position bringen…das anmachholz im kleinen feuerraum platzieren um dann zu lauschen, wie es sich knisternd entfacht…der teekessel nach gewisser zeit zu zischeln und pfeiffen beginnt…das sind für mich persönlich momente, die mich zufrieden, ja glücklich machen.

wie in einem deja-vu  werden viele erinnerungen meiner jugend in mir wach. in 3 kilometer luftlinie entfernt, auf der „malepartushütte“, am fuße der „wolfswarte“ (nahe torfhaus) habe ich erlebnisreiche jahre meiner jugend auf dieser skihütte verbracht. ein halbes jahrhundert ist das her. „malepartus“ gibt es schon lange nicht mehr. des försters hütte erlebe ich wie die „kleine malepartushütte“. die gerüche, drinnen wie draussen, das rauschen des fichtenwaldes…der gang zum „herzhäuschen“…alles ist so vertraut…

ich danke maik von ganzem herzen, das ich gast in „seinem“ refugium sein durfte. was für ein geschenk!

nachdem christel. p. diesen beitrag gelesen hatte, schickte sie mir folgendes zitat:

„Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise,
Gesellschaft braucht der Tor und Einsamkeit der Weise.“
                                                                                         Friedrich Rückert