…die schöne wilde…

die „MANI“ ist ein landstrich auf dem „mittleren finger“ des peloponnes und erstreckt sich über 65 km von kampos bis zum kap tenaro (dem südlichsten punkt des griechischen festlandes). begrenzt wird dieser raum im norden vom taygetos-gebirge mit dem höchsten berg namens profitis ilias (2.404 m); im westen ist es der golf von kalamata, im osten der lakonische golf. abgeriegelt durch das gebirge galt die mani lange, zumindest von landseite aus, als nicht zugänglich. das anfängliche leben der hier ansässigen menschen war geprägt von „eisen und blut“ (nach fermor; brit. schriftsteller im buch: mani) unter entbehrungsreichsten bedingungen. waren es nicht die türken gegen die man zu felde zog bekriegten sich die hiesigen stammesfürsten gegenseitig unerbittlich auf das heftigste. höchstes gut und ziel der männer war es, dem feind größtmöglichen schaden zuzufügen. die hauptaufgabe der frauen bestand darin: „gewehre“ (männliche nachkommenschaft) zu gebären, dem nachwuchs den hass auf den feind zu lehren und sie zur rache anzustiften, um dann schließlich die toten  der stammesfehden zu beklagen. die obrigkeiten aus athen fanden bei den manioten kein gehör. man zeigte sich stolz, wild, eigenmächtig und unabhängig. ein spiegelbild dieser menschen ist die landschaft; und umgekehrt. beides scheint sich zu bedingen. ist die landschaft im nördlichen teil üppig an vegetation nimmt die kargheit gen süden rapide zu.

seit über 20 jahren zieht es mich immer wieder in diese region und ich stelle fest: das erleben und erfühlen der mani ist wie das erleben einer sand-, gebirgs- oder eiswüste. mit der konsequenz: man kehrt immer wieder zurück – oder nie wieder!!!

ich erlebe „mani“ als wilde schönheit. unbezähmbar, energetisch enorm stark, eigenständig und irgendwie auch magisch. gleichermaßen ist sie verführerisch süß und mild mit farben, düften, stimmungen und versteckter vielfalt.

scharfes schwert und seidentuch; zugleich!

besonders ausgeprägt sind ihre stimmungen: von unheilvollen und mächtigen stürmen, tosender see, gewittern und winden bis zur schmeichelhaftesten selbstdarstellung kann sie ihr gesicht in kürze wandeln. für mich ist und wird hier alles VERSTÄRKT. das gilt für jede form von wahrnehmung und gefühlen.

und, folgt man ein wenig den spuren der griechischen mythologie…hier kann man für die sagen- und geschichtenwelt der götter, helden und dämonen ein gefühl entwickeln…

dieser spurensuche habe ich mich in den letzten wochen hingegeben und den versuch gewagt, diese magie im bild zu manifestieren…

für fotografen: alle bilder sind einfachbelichtungen, aus der hand und im wesentlichen „out of camera“